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science/fiction cutups


Materialien zum gemeinschaftlichen Netz-Schreibprojekts im Rahmen von log.in
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zu den Utopien des (über-)Lebens um, mit und über das Netz.

s/f cut-ups


,,Der gedruckte Bogen, die Unendlichkeit der Bücher, muß überwunden werden. DIE ELEKTRO-BIBLIOTHEK".
(der Konstruktivist El Lissitzky ein Manifest Topo-graphie der Typographie zur Zukunft der Buchkunst, 1923)
Einen Tag lang müßte man Netzknoten aufsuchen, die immer gerade auf der Dämmerungsgrenze liegen, denke ich. Dem Abendrot um die Erde folgen ohne es zu sehen, und es sich von den Leuten dort online beschreiben lassen, das wär' doch was.
(Glaser,S.121)

Ein echter Online-Junkie frühstückt am Rehner und liest statt der Morgenzeitung seine eMail, die News oder hängt sich in einen der zahllosen Plauderkanäle des IRD. Er kann sich sorglos Kaffee in die Tastatur kippen, da ihr Inneres mit einer saugfähigen Mischung aus Brötchenkrümeln, Zigarettenasche und Katzenhaaren ausgepolstert ist.
(Glaser, S.181)

Meta-Dramaturgie

"Doch vielleicht lassen sich plattformübergreifend einige Merkmale einer virtuellen Ästhetik beschreiben, die für Internet-Anwendungen und VR-Installationen kennzeichnend werden. Das Erlebnis von 'World Skin[1]' überwältigt; es ist eine Entdeckungsreise in eine fremdartige Kunstwelt, wo Zusammenhänge erst mit der Zeit erkennbar werden (die Annäherung an den Sinn bleibt wie bei allen Kunstwerken eine Frage der metaphorischen Übertragung). Jeder User hat diue M öglichkeit, in dieser Welt eigene Streifzüge zu unternehmen; es ist ein inzenierter Raum, der offen schein für weiteren 'Ausbau', ohne lineare Abfolge von Bildern und Wörtern, ohne festge Zeitstruktur. Läßt sich diese Darstellung als eine Art 'Meta-Dramaturgie' beschreiben? Es ist mehr die Darstellung von Stimmungen, Szenen, zu denen jeder nach seinen Intgeressen assoziieren kann und die diverse Elemente aus tradierten Medien vereint. Im Vordergrund steht die Erzeugung eines imaginären Raums, wobei es keine Sinn-'Vorschreibung' wie die Exposition eines Buches oder eines Films gibt, aber durchaus Sinn-Elemente zitiert werden. Man macht eine Erfahrung, die sich umschreiben läßt als 'direkte Erfahrung der Struktur'. Eine neue Anstrengung für die User, da es in ihrem Ermessen liegt, wie weit sie gehen wollen und diesen Raum ausloten können. Es bleibt offen, ob zufallsgenerierter Abläufe die vieldemensionale Verknüpfung von Erzählfragmenten oder die freie Navigation in virtuellen Welten dem User eine intensive Erfahrung bringen können wie das Buch. [...] Klar ist aber auch, daß die 'freie Bewegung' im fiktiven Stoff bzw. im flexibel arrangierten Material vom User eine Beweglichkeit in der Wahrnehmung verlangt, sowie Bereitschaft zum 'Probehandeln'. "
(Wolfgang Neuhaus: Auf der Suche nach einer "Meta-Dramaturgie" oder: Die Schwerkraft der Erzählung, in: Wolfgang Jeschke (Hg.): Das Science Fiction Jahr. # 14. Ein Jahrbuch für den Science Fiction Leser. Ausgabe 1999, München 1999, 520-543, hier: 535)

Enzyklopädie

... einriesiges virtuelles Reich durch literarisch-wissenschaftliche Fiktionen zu retten: eine universelle Enzyklopädie zusammenzutragen, virtuelle Institute zu gründen ...
(Jeschke 99, 607)

Gegengeschichte(n)

Counter factual history: Geschichte, die den Fakten zuwiderläuft
secret history oder verborgene Geschichte: die Geschichte verdreht keine bekannten historischen Tatsachen, geht aber völlig freizügig mit den Lücken und Zwischenräumen zwischen eben dien bekannten udn gesicherten 'Tatsachen' um (z.b. Jack Danns "Memory, Cathedral", ein Bericht über das berühmte verlorene jahr im Leben Leonardo da Vincis ...

Verschachtelungen ('mise en abyme')

"Welt am Draht" /Simulacron 3: In einem Computer werden Wesen simuliert, die genauso dachten ujnd fühlten wie Menschen - bis sich herausstellt, das auch wir in unser vermeintlich 'realen Welt' wiederum nur Zustände in einer Computersimulation einer übergeordneten Wirklichkeit sind
second order cybernetics / Heisenbergsche Unschärferelation:
Der Beobachter wird selbgst wiederum beabachtet. Es entsteht ein Kontinuum sich überlagernder Realitäten und Welten, in dem sich der Leser kaum noch zurechtfindet.
In der Quantentheorie wird erst durch den Akt des Beobachtens aus dem virtuellen Zustand einer quantenphysikalischen Schattenwerlt ein realer zustand des physikalischen Universums. Erst der Beobachter läßt aus der möglichen Welt eine Wirkliche entstehen. (ersetze: LESER!!)
(-> Baudrillards Simulationsthese?)

Fälschungen - dateninput

Das urheberrecht verbietet eigentlich die reproduktion von gesichtszügen.
von überall laufen informationen ein: gelesenen, im web gefundenes, gerüchte, kopien von cd-roms, schlecht digitalisierte o-töne, von suchmaschinen arrangiertes, aus dantenbanken konvertiert ...

Globorama

Man benutzt ein Globorama, indem man einen Stuhl besteigt, um den herum sich eine Projektionsfläche erstreckt - oder diese Bildwand ist durch einen Helm ersetzt, den man sich über den Kopf stülpt. Selbstverständlich entfaltet das Globorame seine Wirkung erst, wenn man es einschaltet. Dann aber ist seine Wirkung überwältigend: Der user wird seines Willens beraubt, seiner Welt entrückt, anderen gesetzten und Spielregeln unterworfen. Man spielt und wird gespielt.

Einen Abstecher in die Bibliothek


das wort wird immer verschommener: füher ein haus voller bücher, dann wurden auch schallplatten, videobänder, cd-roms, computerspiele, webseiten archiviert, sämtliche informationen wurden digitalisiert - so konnten alle medien integriert werden. Die zahl der medien wuchs, das material immer umfangreicher, aktueller, die recherche und suchstrategien immer komplexer, komplizierter ...

.. landete direkt auf den Seiten der "Imaginären Bibliothek" ...
die Ausmaße waren unüberschaubar: die Mauern bestanden aus Bücherregalen, schlecht visualisiert mit alten schwarz-weiß Scanns ... von allen Seiten führten unzählige Gänge in alle Richtungen ... Besucher und Reisende blättern unentwegt in chaotisch herausgegriffenen Bänden, ihre Gesichter werden erhellt von einem schwachen Leuten, das von Reflexionen auf den aufgeschlagenen Seiten herzurühren scheint ...

Metaversum

nehmen wir an, unser datenuniversum ist gar keine bibliothek, besteht nicht aus festgefügten linearen einzeldokumenten, aus indexen, titelverzeichnissen und regalen, gängen dazwischen ....
... sondern es handelt sich um eine straße. linien der schrift , die geschichte des weges, der straßen, der bahnlinien, telefonkabelstränge ...
wie an jedem ort in jeder beliebigen stadt wird auch an dieser straße permanent gebaut. jeder fußgänger, fahrradfahrer, autofahrer (lkw-, taxi, bus, pkw -fahrer), rollerscater, rollstuhlfahrer, jeder humpelnde ... kann seine eigenen kleinen nebenstraßen bauen, abzweigungen anlegen, häuser, parks, verkehrschilder, reklametafeln, hotels erschaffen - natürlich auch 'utopische' bilder und szenarien ...

Work in progress

Keine fertigen Welten, sondern Welten, die sich in Prozessen der Werdens entfalten ...

log.in

... schaltet auf Start ...
das Gewicht schwindet ... Druck im Gesicht ... Beschleunigter Puls ...Vibration der Mikro-Organismen ... mehrdimensionale Worte flitzen über den Bildschirm ....

gebrauchte den Anschluss wie ein bessener und saugte ganze Enzykloipädien von Datenmaterial auf - alles gleich wichtig alles gleich weit entfernt

dies ist eine kybernetische Mitteilung im öffentlichen Interesse

log.out

der Ausklink-Knopf juckte an meinem Daumen ... ich war so weit gekommen, daß ich zögerte, diese wunderbaren Illusionstechniken mit einem einzigen Knopfdruck wieder zum verschwinden zu bringen. Wer verscheucht hier eigentlich wen? Die Oberflächen auf dem Monitor erscheinen einladend: Ich klicke auf den Symbolen herum und drücke immer wieder auf "ENTER" ...
.. als ob sich eine uralte 2-D-Projektionsleinwand vor mir öffnen würde.
Ich versuche den Bildschirminhalt zu kopieren. Keine chance. Bildschirmfoto. Quittiert vom entsprechendem Geräusch. Pegermanent scrollen textcluster von allen Seinen über den Schirm, überlagern sich, verknüpfen und verschachteln sich gegenseitig. Ich brauche nur zwischendurch abzuspeichern. Oder weitere Permutationen veranlassen, bis nichts mehr zu erkennen ist.
Drücken des CANCEL-Buttons. Stop. Ausklinken. Verbidung trennen. Das Telefon klingelt.
Der Sprung wird anrupt - taumelnd und rotierend lande ich in ihrgend einem frenden Text. Auch hier tief eingegrabene Gebrauchsspuren. Markierungen am Rande. Absprungstellen.
Flackern. Verbindung instabil. Bild fällt. Wort fällt. weiteratmen. Bildaufbau frierf ein. Stillstand. Keine reaktionen auf eingaben. Absturz ist eben doch die elganteste art, ein programm zu verlassen. Nie wieder werde ich diese stelle erreichen . ...

einlinken

klinkte sich ein, hatte immer mehrere geräte/programme und bildschirme gleichzeitig laufen. hatte irgendwann einmal geäußert, das multitasking sei für ihn so etwas, wie für james joyce die gleichzeitigkeit. virtuelle bildschirme, abgestürzte programme eingeschlossen, arbeitete er manchmal auf mehr als 7 ebenen gleichzeitig. fertig machte ihn das konvertieren. die verschiedenen kabel/ protokolle/ standards der konkurrierenden trusts und imn informationskrieg befindlichen firmen hatte er satt. er schaffte es aber meistens, sie aneinanderzukoppeln, daten herauszuschleusen, über einfache eingaberoutinen wiederum in andere rechner und programme einzuschleisen...

...und es bleibt noch der allerleichteste Druck auf die Taste, der kaum zum Umschalten reicht...verwirrt von den Ausstrahlungen des Schirms werde ich in eine wahre Extase versetzt, dann sehe ich, das Gesicht jetzt ganz nah am Bildschirm, dank einen System elektronischer Projektionen auf dem weißen Hintergrund alle möglichen bunten Bilder vorüberziehen, die ich infolge meiner augenblicklichen Überreizung der Sinne für Wirklichkeit halte... T$

Beutzerparameter steuern Programm


Stelle eine Verbindung zu den offenen Speicherzellen des Informationspools her, um meine Emotionsschwankungen und das Hin- und Her frei flottierendern schwebender Aufmerksamkeiten aufzeichnen zu lassen, damit diese Benutzerparameter dann den weiteren Ablauf des Programms synergetisch steuern. Direkter Eingriff in die 'memoire involuntaire'.. lesen als ein filmen, ein denken mit fremden Gehirn... T$

Psychologisierung und Projektion auf den Computer


Ich drücke den EXIT Knopf und schließe die Augen. Das ist zu viel. Diese kitschige Psychologisierung des angeblich intelligenten Computers. Reine Projektion auf die Maschinen. Was hat das alles mit Kunst zu tun? T$

Suche mittels Wahrscheinlichkeitsfunktion oder direkte Verbindung


einfacher Gebrauch.. leichtes Flimmern.. alles zugleich Eingabegeräte.. kompliziertes System von Vernetzungen.. eine Menge Listen für assoziative Suche, doch nur wenige, mit denen ich etwas anfangen kann: Zyklop .. Zeitmaschine .. Rechenmaschine .. Kombinatorische Künste .. Musikharmonie.. Metaphernmaschine.. Mensch-Maschine .. ... doch dann kommt mir ein frappierender Gedanke: keine Suche mittels nach Wahrscheinlichkeitsfunktionen konjugierten Begriffen, sondern einfach eine direkte Verbindung herstellen, die Metapher des Buches- überhaupt jeglicher Abbildung vergessen! T$

enden (der parabel?)

2."Es ist halt schwer zu erklären, warum die Matrix sich in all den Voodoo und Scheiß aufgespalten hat, als sie dem anderen begegnet ist", sagte der Finne, "aber wenn wir erst dort sind, wirst du schon dahinterkommen..." "Ich persönlich meine", sagte Colin, "daß es so unendlich lustiger ist." "Wir sind in einer New Yorker Minute da", sagte der Finne. "Jetzt ohne Scheiß." (William Gibson, Mona Lisa Overdrive, München 1989)

3. - denn ich halte mir weder Diener noch Boy, noch Pferd, noch Kuh, noch Hund, noch Katze, noch sonst etwas, das essen und trinken kann, ausgenommen ein dünnes armes DIng von einer Vestalin (um mein Feuer zu unterhalten), die im allgemeinen einen so schlechten Appetit hat wie ich selber - aber wenn sie denken, dies mache einen Philosophen aus mir - gäbe ich, meine guten Leute, keinen Strohhalm für euer Urteil. Wahre Philosophie - aber das Thema wird nicht behandelt, während mein Onkel Toby den Lillabullero pfeift. - Gehen wir ins Haus. (Laurence Sterne, Leben und Meinungen von Tristram Shandy, Gentleman, Stuttgart 1982-Orig.1760)

4. Und schließlich gelangten wir zum Hafen, wo unsere Schiffe lagen. (Francois Rabelais, Gargantua und Pantagruel, Frankfurt/Main 1974)

log.in

Ich logge mich ein in die Science-Fiction Bibliothek, in der Hoffnung, hier einiges über digitale Träume zu erfahren. (Neben einigen Klassikern wie Shakespeare oder der Bibel scheinen Science Fiction Bücher der einzige Bereich zu sein, wo Material in Hülle nund Fülle online zur Verfügung steht. Nachtbeschäftigung nicht schlafen könnender Programmierer.)
Ich denke an die aufschlußreichen Dialoge mit dem allwissenden Bordcomputer von "Odysee 2000"....ADAMS, BRUNNER, CLARKE. STOP. Ich gehe gleich auf DIREKTDIALOG.
"Hast du Angst davor, ausgeschaltet zu werden", frage ich HAL.
"Darauf kann ich ohne genauere Informationen nicht antworten."
"Wir Menschen benötigen Schlaf - eine beinahe völlige Unterbrechung unserer Gehirnfunktionen, zumindest auf der Ebene des Bewußtseins."
HAL:"Ich weiß, aber verstehe es nicht" T$

"Mußt du dich so zeigen, Mann? fragt er das Gesicht auf dem Monitor. Jetzt löst es sich Zeile für Zeile in das Bild von Charles Babbage vor einer abblätternden Matrix auf. Als es verschwunden ist, kramt Case im seinem Steckersortiment, probiert diesen und jeden: Hitachi auf Sony-Intel auf Apple .. schließlich tut ein Ono-Sendai zwanzig in Brightbill 40. Case steckt ihn in die Buchse und pflanzt sich die E-troden auf die Stirn. T$
Da gibts kein dort - imaginäre Leere des Cyberspace

Sie beugt sich vor, nimmt die E-troden und schüttelt sie, um den Kabelsalat zu entwirren. Da gibts kein Dort. Sie zieht das elastische Stirnband zurecht und pflanzt die E-troden auf die Schläfen - eine weltweit typische Geste der Menschheit. Sie drückt auf Batterietest am Ono-Sendai. Grün für startklar. Sie schaltet ein und das Zimmer verschwindet wieder hinter einer farblosen Wand aus sensorischer Statik. Ein Strudel spitzer Laute und unbekannter Sprachen füllt ihren Kopf. Das nächste RETURN katapultiert sie durch die statische Wand in einen verschachtelte Weite, in die imaginäre Leere des Cyberspace... T$

Cut_up

Ich setze die E-troden auf und greife nach dem Schalter vom Fast-Wipe. Die Expertensystemroutinen habe ich rausgeschmissen. "Los!" sage ich und drücke den Schalter. Worte. Worte reichen nicht aus: Du fährst gewissermaßen um Mitternacht auf einem Motorrad ohne Licht.. über eine Küstenstraße am Abgrund entlang.. in einem Tempo, so daß dich völlige Stille umgibt, weil du das Motorraddröhnen abhängst.. bloßes Dahinschießen .. Höllen-Teufel-Killer-Stoff, ungeschnitten, echt, der achtmal am Sonntag in eine Leere explodiert.. dieses Dahinschießen, von innen gesehen T$
Nova Film Express Entwicklung

"Wort fällt-- Foto fällt-- Straßen aufrollen". Maschine dreht durch.. das Realitätsstudio stürmen.. die Bandmaschine läuft.. Durchbruch in den Grauen Raum... Foto fällt, Wort fällt. Der Realitätsfilm gibt nach und beult sich aus wie ein Schott kurz vor dem Bersten.. die Zeiger stehen auf HYPER ..Eingänge freikämpfen Wortverbindungen druchschneiden.. die Zeitmaschine dreht durch und setzt wahnwitzige Befehle und Gegenbefehle ab - elektrische Stürme der Gewalt fegen über den Planeten - Staatschefs drehen ihre Bildstrahlen auf und versuchen die Welt mit billigen Kopien zu überschwemmen - Die wiederum werden von Anti-Bildern hinweggefegt.. was ist das bloß für ein Scheißapparat hier - Wo schaltet man denn hier um? - Ah da - Bitte kommen.. T$

William Gibson, Cyberspace, München 1988

"Körperlos schwenken wir in Chroms Eisschloß. Und wir sind schnell, schnell. Wir kommen und vor wie Wellenreiter auf dem Kamm des eindringenden Programms, getragen vom Strudel ständig mutierender Störsysteme .. Wir haben als Buchprüfung und drei Vorladungen getarnt, ihre Tore gesprengt, aber ihre Abwehr ist besonders darauf eingerichtet, mit solchen amtlichen Vorstößen fertig zu werden... Als wir das erste Tor durchbrachen, verschwand der Großteil der Daten hinter dem Eis der Kernzone... Die Störsysteme fressen die Notsingnale auf, während unsere mimetischen Subprogramme alles sichten, was vom Kern nicht gelöscht wurde." (William Gibson, Cyberspace)
Gibson, William A$ Es gibt immer noch Leute, die so naiv sind und glauben, das Einstecken mit jemandem, den sie lieben, würde Spaß machen. Ich glaube, die meisten Tennager probiern's mal. Immerhin ist es kinderleicht; Radio Shack verkauft dir die Kiste, und die E-troden und die Kabel. Aber ich habe es nie getan... Ich weiß allerdings, warum ich es mit Lise machte, mich neben sie aufs mexikanische Futon setzte und die Glasfaseroptik in die Buchse an ihrem Rückrat, der glatten Wirbelsäule des Hautskeletts, einsteckte. Sie war weit oben am Nackenansatz angebracht, wo das schwarze Haar sie verdeckte...Ich setzte die E-troden auf und griff nach dem Schalter vom Fast-Wipe. Die Studio-Funktionen hatte ich abgestellt und damit aus der 800000 Dollar teuren japanischen Elektronik einstweilen eine der kleinen Kisten von RadioShack gemacht. "Los", sagte ich und drückte den Schalter. Es hat nur vier Sekunden gedauert. Ich nahm die E-troden ab..
T$
JUNGGESELLEN-MASCHINE
SEX
MASCHINELLE VERKETTUNG
MASCHINEN D$ cyb, 155

Können Computer träumen


Als ich ein neues Fenster öffne, um während HAL's Dauerreden ein paar Assoziationen und Hintergedanken zu diesem ersten Maschinendialog zu notieren, frage ich mich, ob der Computer als interaktive Schnittstelle wirklich das Prozessieren von Gedanken unterstützt. Ist es nicht besser, den Computer auszuschalten und mit einem leeren Buch zu arbeiten? Jetzt blinkt das Fenster SYSTEMANFRAGE:
HAL:"Ich möchte eine Frage stellen".
"Welche?"
HAL:"Werde ich träumen?" T$

Theoriekanal

gemeinschaftliche Bücher - Schreiben in Gesellschaft

"Auch wenn sie sich noch nicht zu einer Disziplin versichtet haben, sind [...] kommunikologische Ansätze innerhalb verschiedener Disziplinen schon längere Zeit bemerkbar. Es geht dabei um eine Rekontextualisierung der philosophischen Fragestellungen im Rahmen der geänderten Bedeutung von Kommunikation auf neuen technischen Grundlagen.
Solche Rekontextualisierung funktioniert nur im Medienverbund und dedeutet eine neue Art von Diskursverflechtung jenseits des Monographien produzierenden wissenschaftlichen Autors. Ende des achtzehnten Jahrhunderts, als die Aufklärer die Vermittlungsformen der Öffentlichkeit zu reflektieren begannen [..] keimten Zweifel an der Tragfähigkeit der als Effekt einer spezifischen Buchkultur durchschaubaren Autorenrolle auf.
'Journale sind eigentlich schon gemeinschaftliche Bücher', heißt es in einem Text des Novalis von 1798, und weiter: 'Das Schreiben in Gesellschaft ist ein interessantes Symptom - das noch eine große Ausbildung der Schriftstellrey ahnden läßt. Man wird vielleicht einmal in Masse schreiben, denken und handeln [..]'
(Novalis: Schriften II, 645, zit. nach: Hans Blumenberg: Die Lesbarkeit der Welt, Frankfurt am Main 1989, 301)
(Frank Hartmann: Medienphilosophie, Wien 2000, 27,28)

das große Murmeln

"Das Subjekt ist eine Variable oder besser eine Gesamtheit von Variablen der Aussage. Es ist eine aus der einfachen Funktion oder aus der Aussage selbst abgeleitete Funktion. [...] das Subjekt ist ein Platz oder eine Position, die je nach Typus und Schwelle der Aussage stark variiert, und der 'Autor' selbst ist nur eine dieser in bestimmten Fällen möglichen Positionen. Es kann sogar mehrere Positionen für ein und dieselbe Aussage geben. So daß am Anfang ein man spricht steht, ein anonymes Murmeln, in dem die Stellungen für mögliche Subjekte vorgesehen sind: 'ein unaufhörliches und verwirrtes Summen des Diskurses.' [Subjekt der Aussage: Archäologie 134, großes Murmeln: Anfang von 'Ordnung des Diskurses' und Schluß 'Was ist ein Autor']
(Deleuze, Foucault, 79)

Textgewebe

... Der Text ist in seiner Masse dem Sternenhimmel vergleichbar, flach und tief zugleich, glatt, ohne Randkonturen, ohne Merkpunkte. So wie der Seher mit der Spitze seines Stabs darin ein fiktives Recheck herausnimmt (abteilt), um darin nach bestimmten Prinzipien den Flug der Vögel zu erkunden, zeichnet der Kommentator dem Text entlang Lektürebereiche auf, um darin die Wanderwege der Bedeutungen, die sanften Berührungen der Codes, das Vorbeigehen der Zitate zu beobachten.
. ... die Kammlinie des pluralen Textes, der wie die Sandbank möglicher (aber geregelter, durch systematische Lektüre bezeugter) Bedeutungen unter dem Fluß des Diskurses liegt ...Inventar, Erklärung und Abschweifung werden sich inmitten der Spannung einrichten ... Die Arbeit des Kommentators besteht, sobald er sich einer jeden Ideologie von Totalität entzieht, gerade darin, den Text zu mißhandeln, ihm das Wort abzuschneiden. (Roland Barthes: S/Z, Frankfurt / Main, 1976, S.7 ff)

Baudrillard, Jean A$ Bin ich nun Mensch, oder bin ich Maschine? Es gibt heute keine Antwort mehr auf diese Frage: realiter und subjektiv bin ich Mensch, virtuell und praktisch bin ich Maschine. Dies bezeichnet einen Zustand anthropologischer Ungewißheit. ... Durch die virtuellen Maschinen und die neuen Technologien jedoch bin ich keineswegs entfremdet. Sie bilden mit mir einen integrierten Schaltkreis (dies ist das Prinzip des Interface). Groß- und Microcomputer, Video und selbst der Fotoapparat sind wie Kontaktlinsen, durchsichtige Prothesen, die derart in den Körper integriert sind, daß sie fast schon genetisch zu ihm gehören, wie etwa pace maker ...Die Verbindung mit einem "intelligenten" Terminal ist -gewollt oder nicht - von derselben Art: es entsteht eine Struktur der Angeschlossenheit, der Einschaltung (nicht der Entfremdung)(, ein integrierter Schaltkreis. Die Prägung als Mensch oder Maschine ist dabei ununterscheidbar. Das Virtuelle im allgemeinen ist weder real noch irreal, weder immanent noch transzendent, weder innen noch außen; es verwischt all diese Bestimmungen. T$
MASCHINEN
INTERFACE
MENSCH ALS MASCHINE D$ AEME, 125

1. IST DAS INTERNET EIN LITERARISCHES MEDIUM?

1.1. Das Netz als Literatur. Indem das Internet Telegraph und Textspeicher zu-gleich
ist und Algorithmen ausführt, vereint es die Funktionen von Buch, Biblio-thek,
Salon und poetischer Maschine. ,,Literatur im Internet" kann deshalb das
Internet insgesamt meinen, als Gebilde aus Buchstaben- und Zahlencodes in
Raum und Zeit, als WELTROMAN IN ECHTZEIT. Das Internet ist das erste neue Me-dium
des zwanzigsten Jahrhunderts, das auf Schrift basiert. Seine vermeintliche
Multimedialität beruht auf alphanumerischen Codes und schriftlichen Befehls-sequenzen.
Das heißt: Auch ein Bild oder ein Ton wird im Computer als Textcode
gespeichert und übertragen, und nur herkömmlicher Text ist im Internet wirk-lich
recherchierbar. So leicht es ist, mit einer Suchmaschine das Wort ,,Hand" im
gesamten World Wide Web oder in einer Datenbank aufzuspüren, so unmöglich
ist es - ohne künstliche Intelligenz - hingegen, digitalisierte Fotos nach abgebil-deten
Händen zu durchsuchen.
Liest man das ganze Internet als Literatur, das heißt als Buchstabenwesen, so
richtet sich die Frage seiner Poetizität, nach Dichtung im Netz, zuerst an den
Leser. Ihm obliegt es, den Textfluß zu verdichten. Die Montage vorgefundenen
Sprachmaterials - etwa nach dem Muster futuristischer und dadaistischer Ly-rik,
von Joyce und Döblin - erfordert technisch nur noch ein ,,Cut'n'paste", ein
paar Mausklicks zwischen Web-Browser und Textverarbeitungsprogramm, und
sie kann sogar durch Algorithmen automatisiert werden
(Florian Cramer: LITERATUR IM INTERNET)

Tel-Quel

Der Text gehört allen und zugleich niemandem, er kann kein fertiges Produkt sein, im Gegenteil: er muß alle Merkmale einer Produktivität zeigen ...(9)

archivieren: querlesen & schreiben

Alles beginnt wie in einer Erzählung von Borges: Ein neuer Archivar und Datenschutzbeauftragter wird gesucht - technokratischer Repräsentant einer neuen Speichertechnologie oder begeisterter Anhänger der alten Archive, der den Zugang zu den telematischen Netzwerken kontrollieren und beschränken will? Herkömmliche autorisierte Aussagen, vertikale oder horizontale Hierarchien sind schwer zu finden in den vernetzten Datenbeständen. Die neuen Informationseinheiten bestehen nicht aus Proposition, Sätzen, Geschichten, Mythen, sondern aus (einfachen) Aussagen. Keine Fakten, keine Fiktionen. Die neuen Archive können nur quergelesen werden - diagonale Schnitte durch verschiedene Datensätze. Häufungen, Kreuzungspunkte, Aussageverkettungen, die jeder aus dem anonymen Gemurmel des Netzes knüpfen kann. Formationen, deren Referenzpunkte erst durch Suchbewegungen der Archivbenutzer projeziert werden. Durch ein Herauslösen von 'fragment showers of information', von Wortchunks aus der mehr oder minder zufälligen Anordnung der Daten im Archiv.

"Man muß niemand Besonderes sein, um eine Aussage zu produzieren".
(Deleuze, Gilles: Foucault, Frankfurt/Main 1992, OT: Foucault, Paris, 1986, 13)

denken/basteln

Die Gedächtniskunst basiert von anfang an auf künstlichen, externalisierten Hilfsmitteln, Maschinen und Methoden, mündliche Reden zu speichern. Einer "Schrift vor der Schrift"- Aufschreibesysteme, die -verknüpft mit alchemistischen Praktiken- Wissen veräußerlichen, verräumlichen, visualisieren.
Aktive Bilder - vergleichbar mit aktiven Bildschirm-Bereichen (Button ....)
Schlagende Bilder - animiertes Wissen - Animationen ...

TV kann betrachtet werden als ein öffentliches Ausstrahlen von aktiven Bildern, produziert in der Abwesenheit einer spezifischen Information als Hilfsmittel des Denkens.

Die Aktivierung des Gedächtnisses wird als ein imaginärer Gang durch die Gedächtnisorte ausgeführt.
Das Editieren solcher Spaziergänge ist eine Bastelei, eine Montage.
(Teletheory, 135)

einbilden

Der alphabetisch orientierte Mensch muß sich über die Welt beugen wie über ein Buch, um die unermeßliche Menge von Spuren, Anzeichen, Malen, Zeichen ... zu entziffern. Alles in der Welt scheint ein Zeichen für etwas zu sein. (Zu Beginn der Schriftkultur stehen die Inschriften aufrecht dem Leser -noch wie Bilder - entgegen; der Buchdruck linearisiert die Momente der Einbildungskraft auf Schriftzeilen, die sich waagerecht auf einer Fläche ausbreiten; Computer-Bildschirme holen die Flächen, auf denen sich Prozesse produktiver Einbildungskraft abspielen in die Vertikale zurück: Erzeuger technischer Bilder sitzen jetzt aufrecht vor dem Schirm - nicht mehr in einer verbeugenden Haltung über die Zeichen gebeugt - wie der Maler vor einem Bild. Während traditionelle Bilder und Texte wie Spiegel funktionieren, die Bedeutungsvektoren aus der Welt in mimetischen Prozessen auffangen, codieren und auf die Oberflächen der Einbildung reflektieren, funktionieren die technischen Bilder wie Projektionen: sie fangen bedeutungslose Zeichen und Partikel (Bildpunkte, Schriftzeichen, Töne) auf und derartig codiert stehen diese jetzt als Ideenobjekte für Operationen auf der Oberfläche der Hypermedien zur Verfügung. Der Akt des Abbildens / Einbildens hat sich umgekehrt: Hypertexte und technische Bilder sind keine Reproduktionen, sondern programmierbare, produktive Bilder. Die Einbildner stehen nicht mehr über der Apparatur (wie im Gebrauch von Analogmedien, z.B. Schreibmaschine), sondern die bildschirmorientierten Einbildungsprozesse erfolgen aus dem Inneren der Hypermedien heraus. Die Imagination arbeitet nicht über die Maschine in die Strukturen von Texten hinein (Ideologie der 'Tiefe' ästhetischer Gebilde), sondern die bilderzeugenden Vorgänge richten sich ganz auf die Oberfläche des Bildschirms. Eine Kulturkritik sollte nicht mehr fragen, was bedeuten Hypertexte, sondern wohin zeigen sie. (<-Flusser85, 31-44; <-Sandkühler90, 198)

Kollaboration

kollektives Gemälde aus modularen Feldern

"Als Idealbild für ein kollektives Gemälde unbestritten individuellen Gepräges könnte man ein Wandgemälde in Hommage an die kubanische Revolution gelten lassen, das 1967 in Havanna entstanden ist. Wilfredo Lam hatte die Beteiligten des 'Salon de Mai', in jenem Jahr durchweg Künstler, die dem Gedanken einer sozialistischen Utopie ergeben waren, nach Kuba eingeladen, um den Erfolg der kubanischen Revolution zu feiern. Ursprünglich war nur eine Ausstellung von etwa zweihunder aus Paris mitgebrachten Werken vorgesehen, als Eduardo Arroyo die Idee zu einem kollektiven Wandgemälde vorbrachte. Eine riesige Wand wurde im Freien aufgestellt, davor ein Gerüst, darauf als Grundstruktur eine Spirale, die man in neunzig gleichgroße Feldereingeteilt hatte. In jedem dieser Felder ging ein anderer Künstler ans Werk. [...] Alle unterlagen der fröhlichen, ja übermütigen Stimmung, zu der tanzende Girls und ständig die Arbeit begleitende Musikgruppen beitrugen: jeder wurde zum Maler-Darsteller, der sozusagen in aller Öffentlichkeit sein Bestes hab; die Medien waren zur Stelle, immer ware gleichzeitig vier oder fünf Künstler auf dem Gerüst. Der Arbeitsvorgang selbst wurde zu einem kollektiven, exaltierten Fest, in dem jedes Ich gerne zugunsten des großen WIR aufgegeben wurde."
(Marie Luise Syring: Das große WIR oder Das Jahrzehnt der Kollektive am Beispiel Frankreichs, in: Florian Rötzer Hg.: Künstlergruppen. Von der Utopie einer Kollektiven Kunst, Kunstforum Bd. 116, 11/12 1991, 148-153, hier: 152)

Kunst und Kooperation

"Kooperation heißt dagegenm die künstlerische Arbeit als Miteinander unterschiedlicher einzelner zu organisieren . Es geht hier nicht um die gute alte Künbstlergruppe. Die verwandte, aber in sich abgeschlossenen künstlerische Individualitäten bündelte. Es geht um eine Aufspaltung der alten Arbeitseinheit auf unterschiedliche Individuen, die sich voneinander abstoßen, einander ergänzen, vor allem aber den Arbeitsprozeß in Gang halten. Es sind hierzu offenbar weitere Lockerungen nötig, die dann zwangsläufig mit dem Ideal der individuellen Leistung in Konflikt geraten. [...] Kooperation ist, im Unkreis der Kunst, ein Modell aus dem Handwerk. Sie fand, [...] in der Geschichte nur in der Ausführung statt, als Werkstattbetrieb oder in den minderen Künsten. Es ist also ein bestimmter Anteil an extensiver Arbeit erfordeerlich, der Routine einschließt. Es gibt aber auch ein Gegenmodell, das gleichfalls Handgreiflichkeit und Routine einschließt, aber ohne Arbeitszwang auskommt: die Produktion des Vergnügens, Tanz, Theater, Musik.
Beidemale hat Kooperation mit der Entlastung von primärer Produktion - von schöpferischer Arbeit im Sinne von individueller (bürgerlicher oder marktwirtschaftlicher) Ein- und Erstmaligkeit - zu tun. Die ausübenden Künstler können sich die Abschottungen der produzierenden Künste nicht leisten. Kooperation ist unter der Voraussetzung möglich und erfordert, daß die Grundlage da ist. Die Grundlage ist doppelt: der vorliegende Text und das Ausmaß an Erlernbarkeit [...] Auf dieser Sicherheit stützt sich die Offenheit der ausübenden Künste für den Augenblick ab , die Stimulation der Ausführenden untereinander, der Austausch mit dem Publikum. (155) [...]
Kooperation nicht als Gelegenheit, sondern als zentrale Bestimmung künstlerischer Arbeit verstanden, verlangte allerdings in der Tat einen allgemeinen, nciht von besonderen Situationen und Individuen abhängigen Umbau der Arbeitsfunktion. Eine neue Produktionsform? Das wäre nur möglich, wenn die Kooperation zur Hauptsache würde. Darüber hataber keiner Befehlsgewalt. Es ist gesellschaftliche Umwälzungsarbeit, innerhalb deren das, was man heute greift und mit Überschriften versehen kann, nur immer einen von vielen Bausteinen darstellt. (157, 158)"
(Dieter Hoffmann-Axthelm: Kunst und Kooperation, in: Florian Rötzer Hg.: Künstlergruppen. Von der Utopie einer Kollektiven Kunst, Kunstforum Bd. 116, 11/12 1991, 154-159, hier: 155, 157, 158)

Improvisation/Kooperation: rhythmisierte Wahrnehmungszeit

"Der Kooperationserfahrenheit des Arbeitsvermögens entspricht in der ästhetischen Produktivität zwar nichts Gleichlautendes, aber in dem Maße, in dem künstlerische Praxis Aktion wird, sie ihren Zielpunkt in der öffentlichen Handlung hat und nicht in einem Außerhalb der Produktion, des Zeitpunktes, des Autors und des Ortes liegendem Produkt, bildet sich eine Art Taktstraße heraus, die Aktionszeit. Diese Trasse organisiert gleichsam selber , wie beim musikalischen Improvisieren, die Zeiten, in die die Beiträge unterschiedlicher Autoren hineingegehen können. Es ist, sobald die Zeitspannung hergestellt ist, immer schon etwas da.
Nur ist dieser Taktgeber in den bildenden Künsten kein reines Zeitmaß, sondern immer auch optisches Medium. Gegenstand sind die aktuellen Wahrnehmungsgewohnheiten: Schnitte, Beschleinigungen, Überblendungen, Gleichzeitigkeiten und Zeichenabstraktionen der alltäglichen Wahrnehmung. Foto, Film, Video, Computerfilm bringen sie nicht hervor, aber stellen siue dar, treiben sie voran, spitzen sie zu. Wir sollten die optischen Medien nicht überschätzen. Subjekt ist, bei aller Unterworfenheit unter Taktverfahren, noch immer die Wahrnehmung. Kooperation heißt, seit ihrer Erfindung, rhythmisierte Wahrnehmungszeit. Nicht neutralisierte optische Signale, sondern Lieder waren ihre ersten Taktgeber. Aus der Arbeitskraft ausgetrieben, kehre die Kooperation, so sie wieder ästhetisch würde, mur zu ihren Anfängen zurück."
(Dieter Hoffmann-Axthelm: Kunst und Kooperation, in: Florian Rötzer Hg.: Künstlergruppen. Von der Utopie einer Kollektiven Kunst, Kunstforum Bd. 116, 11/12 1991, 154-159, hier: 159)

Takte der Kooperation

"Jeder ist [...] eine innere Kooperative, ein selbstgenügsames Kollektiv. Er hat die für seine Leistung nötigen Ordnungen anschaulich in sich und übt sie schnell und sicher aus, ein Verfügen, das kein analytisches Nachvollziehen und Durchspielen, sonder der direkte Zugriff aus der Souveränität des Rück- und Überblicks ist. [...] Dieses formale Potential wird zunehmen und liegt gesellschaftlich bereit, um an anderem Ort genutzt zu werden. Es ist absehbar, daß sich die künstlerische Arbeit seiner bedient. Der Kooperationserfahrenheit des Arbeitsvermögens entspricht in der ästhetischen Produktivität zwar nichts gleichlautendes, aber in dem Maße, in dem künstlersiche Praxis Aktion wird, sie ihren Zielpunk in der öffnetlichen Handlung hat und nicht in einem Außerhalb der Produktion, des Zeitpunktes, der Autors und des Ortes liegendem Produkt, bildet sich eine Art Taktstraße heraus, die Aktionszeit. Diese Trasse organisiert gleichsam selber, wie beim musikalischen Improvisieren, die Zeiten, in die die Beiträge unterschiedlicher kooperierender Autoren hineingehen können. Es ist, sobald die Zeitspannung hergestellt ist, immer schon etwas da.
Nun ist dieser Taktgeber in den bildenden Künstern kein reines Zeitmaß, sonder immer auch optisches Medium."
(Frank Hartmann: Medienphilosophie, Wien 2000, 303)

(Zur Methode rhizomatischer Arbeitsweise am Anti-Ödipus)

Wir hatten Lust, zusammen zu arbeiten, zwischen den Diagrammen von Félix und meinen artikulierten Begriffen, aber wir wußten nicht wie. Wir lasen viel [...]
Wir begannen lange Briefe zu schreiben, unaufhörlich und ohne Ordnung. Dann setzten wir uns zu zweit zusammen, manchmal bloß für ein paar Tage, manchmal Wochen lang. [...] Es war zugleich ungeheuer anstrengend und ermüdend, und doch haben wir die ganze Zeit gelacht. Der eine versuchte diesen, der andere einen anderen Gedanken auszuführen und zu verfolgen. Dann fürgten wir zusammen, was jeder für sich geschrieben hatte, und erfanden neue Wörter wenn immer uns das notwendig erschien. Als das Buch fertig war, hatte es eine solche Kohärenz gewonnen, daß man nicht mehr sagen konnte, das hat der eine und das der andere geschrieben.
(Karten, 10,11)

diverses

randbemerkungen

Man brauche nur Leerzeichen hinzuzufügen, Anstreichungen, Randbemerkungen... und schon hat man ein nicht-lineares Buch. Stop making Sense.
Noch eine Liste verbotener Bücher auftreiben!
"Für wen schreiben sie eigentlich?", fragt der Detektiv-Hermeneutiker.
"Und wenn nun der Gen-Techniker die Cut-Up-Methode wirklich anwendet", wirft der kritische Literat besorgt ein. Dann haben wir den Salat.
"Soll nun noch Literatur herauskommen oder nicht?", fragt besorgt der Kritiker.
"Programmcode, wir brauchen revolutionären Programmcode!" artikuliert Duchamp hysterisch.
"Gut, dann tun wir so, als sei das ganze ein virtuelles Theaterstück", monologisiert Handke.
Und aus Copyrightgründen wechseln wir hier und da auch mal ein paar Worte aus.
"Onkel Otto sitzt in der Badewanne" dichtet Breton.
"Müssen die Namen vorher deklariert werden oder nicht?" nuschelt der Programmierer der schönen Künste wie immer ungeniert dazwischen.
"Keine Handlung ohne Bezahlung!" brüllt der Neue.
Wir brauchen zwischendurch eine etwas längere virtuelle Fiktion auf dem Schirm des Bewußtseins, schreibt der Showmaster ins Script.
Gut.
Aus lauter Angst, gelesene Stellen in seinem Lieblingsbuch (Handbuch der Sex-Verarbeitung) nicht schnell gneug wiederzufinden, legt er einen lebenden Fisch zwischen die Seiten. Danach das Buch in den Kühlschrank. GO TO LAST PAGE!
Blättert gespannt die letzte Seite um, stöpselt sich aus, dreht sich um, sieht, daß nur noch wenige Zeile übrig sind: Finde die Fehler und Fälschungen in dem Buch, mit dem du etwas anfangen kannst- und vervielfältige sie.

Writers Navigation Toolkit

wenn er jetzt online geht, den bildschirm anschaltet, sind wieder alle energien verpufft. nahe dran, den rechner auszuschalten, läßt er einen gedankenverlorenen blick über das bücherregal schweifen. wo suchen. alle tools - inklusive der neuen intuition-idee-processor thinkertoy, der der allergrößte mist ist. es irgendwo schon gelesen haben. oder davon gehört. vielleicht auf der datenbank auf dem alten computer. eine rettung der daten gar nicht erst versuchen, da ohnehin schwiergikeiten mit den umlauten bei der datenkonvertierung zu erwarten sind. aber diese neue benutzeroberfläche- endlich so viele fenster wie ich will. absurderweise sind die alten texte nicht mehr formatiert einzuladen. auch die eingescannten bilder sind wegen der verbesserung der auflösung nicht mehr zu lesen. es hilft alles nichts. es muß eine meta-ebene her über den ganzen verknüpfungen/ clipboards, verbindungen und assoziationen. vergangenheiten werden aufgestöbert. mit der gegenwart wird ein zukünftiger umgang geprobt. die dinger vergessen leider nichts. statt loswerden, übersteigern höchstens löschen. wie komplex auch die mehrfach verschachtelte abfragesprache strukturiert ist, mit den prozessen der erinnerung hat das nichts zu tun.

High Tech- HyperText

Es gibt immer wieder wunderbare Theorien zur literarischer Produktion (offenes Kunstwerk, Leser als Autor, produktive Rezeption..), die in der kulturellen Praxis kaum eingelöst werden: Die Idee des Sprachspiels, das automatische Schreiben der Surrealisten, soziale Experimente von volksnahen, operativen Schriftstellern oder die intertextuelle Experimente der Tel-Quel- Gruppe brachten genausowenig den 'schreibenden Leser' massenhaft hervor wie die Verbreitung vom Tonband, Walkman, Photo-Kamera und Videoequipment alle Konsumenten in produzenten von Medienkunst verwandelten.
Der springende Punkt der gegenwärtigen inflationären Medientheorien, die größtenteils die Heraufkunft des Computers zum allgemeinen Kommunikationsmittel besingen, ist eine verwirrende Verwechslung/Umkehrung von Produktion und Konsumption.
Während die Literatur der Postmoderne den Computer konsumiert (als Thema, als Produktionsanweisung, als Struktur), produzieren die Programmierer und User tastendrückend endlos verschlungene Bänder von Files, Sicherheitskopien, Tabellenkalkulationen, Druckformate, fraktale Grafiken, Darstellungen der Tabellenkalkulationen oder verlieren sich - wenn sie auf Unterhaltung umschalten - in den labyrinthischen Pfaden von Kriegs-, Geschicklichkeits- und Abenteuerspielen.
Vor dem Bildschirm, am besten noch angeschlossen an das virtuelle Großhirn telematischer Vernetzung, werden die Tastendrückenden angeschlossen an selbstbezügliche, auf sich selbst zurückfallende Datenströme. Die Revolution der poetischen Sprache scheint sich aus den Köpfen, Büchern, Sätzen, Konzepten direkt in die Verarbeitungsmöglichkeiten der Informationstechnologie verlagert zu haben: der User als Leser und Schreiber seiner selbst!

geographische" Perspektive

Die "geographische" Perspektive betrifft eine sich feindlich gegenüberstehnede Anordnung von Kräften, eine Geopolitik. In einer (wie auch immer fiktiven) Projektion dieses Raumes, in dem die intellektuellen Praktiken vor sich gehen, könnte man das Spiel dreier Elemente unterscheiden: Den Platz, die Masse und die Wahrheit.
Diese phantastische Karte ist nur eine erste Annäherung. Der Platz, das ist der Posten, die institutionelle Situation, der Befähigungsnachweis, die soziale Identität, die von einer wissenschaftlichen Disziplin und von einer hierarchischen Anerkennung gelieferte Garantie. Er bildet einen Ort, dessen Rekrutierung einer Auswahl unterliegt, dessen Protokolle ein System von Aussortierungen und Richtigkeiten organisieren und dessen Diskurs mit einer Legitimität ausgestattet wird. ... Die Masse, das ist die städtische oder ländliche Menge, ein unbewegter oder stürmischer Ozean, der - wie Diderot erzählt - gegen die Fenster der intelektuellen Laboratorien brandet. Die anonyme Kraft eines Leidens, eines Zorns, oder eines Lachens der im Zaum gehaltenen, unruhigen Menge überwältigt und zerstört manchmal das Gebäude des Wissens. Die Wahrheit ist ein Frageelement, das die Konfigurationen einer Ordnung des Sinns in Frage stellt. Sie taucht auf wie ein Zweifel, der das Wahrscheinliche, das heißt das Gesetzt des Milieus, überschreitet. Sie hat die Frendheit eines Einbruchs und einer "Geburt" in der Kohärenz dessen, was allgemein "anerkannt" ist. Sie erscheint als ein einzigartiges Faktum, das man zu vergessen sucht, weil es die Allgemeinheiten der Ideologie oder Theorie brüchig werden läßt. (Certeau91, 236)

Fluchtlinien des stils

Die großen Philosophen sind auch große Stilisten. Der Stil in der Philosophie ist die Bewegung des Begriffs. Natürlich existiert dieser nicht außerhalb der Sätze, aber die Sätze sind nur dazu da, ihm Leben zu geben, ein unabhängiges Leben. Der Stil besteht in Variationen der Sprache, ist eine Modulation, eine Spannung der ganzen Sprache auf ein Außen hin. In der Philosophie ist es wie in einem Roman: man muß sich fragen: "was wird als nächstes passieren?", "was passiert?" Nur sind die Personen Begriffe, und die Milieus, die Landschaften sind Zeit-Räume. Man schreibt immer, um Leben zu geben, um das Leben zu befreien, wo es eingekerkert ist, um Fluchtlinien zu ziehen. [...] (204-205)
Der Stil zieht Potentialdifferenzen hinein, zwischen denen etwas passieren, überspringen kann, ein Blitz, der aus der Sprache selbst herausfährt und uns sehen und denken läßt, was im Schatten um die Wörter lag [...] (205)
Zwischen einem Hauptsatz und einem Nebensatz muß es eine Spannung geben, eine Art Zickzack, auch und vor allem dann, wenn der Satz geradlinig zu verlaufen scheint. Stil gibt es, wenn die Wörter einen Blitz erzeugen, der von den einen zu den anderen, selbst weit entfernten überspringt. (205)
Dann aber wirft das schreiben zu zweit kein besonderes Problem mehr auf, im Gegenteil. [...] Als ich sagte, daß Félix und ich eher wie zwei Bäche waren, wollte ich damit sagen, daß Individuierung nicht zwangläufig persönlich ist. Wir sind überhaupt nicht sicher, Personen zu sein: ein Luftzug, ein Wind, ein Tag, eine Stunde des Tages, ein Fluß, ein Ort, eine Schlacht, eine Krankheit haben eine Individualität, die nicht persönlich ist. Sie haben Eigennahmen. Wir nennen sie "Haecceitäten". Sie bilden sich wie zwei Ströme, zwei Flüsse. [...] (206)
In allen meinen Büchern habe ich die Natur des Ereignisses gesucht, es ist ein philosopher Begriff, der einzige, der geeignet ist, das Verb "sein" und die Attribute zu entmachten. [...] (206)
In Logik des Sinns habe ich eine Art serielle Konposition versucht. Aber Tausend Plateaus ist komplexer: "Plateau" ist nämlich keine Metapher, sondern bedeutet Zonen kontinuierlicher Variation oder Türme, von denen jeder eine Region überwacht oder überblickt, Türme, die einander Zeichen geben. [...] Da sind wir einem Stil, d.h. einer Polytonalität, noch am nächsten.
(Deleuze93, 206)

mischungen

Auch die Technologie hat Unrecht, wenn sie Werkzeuge an sich betrachtet: diese existieren nur im hinblick auf Mischungen, die sie möglich machen oder durch die sie möglich sind. Der Steigbügel hatte eine neue Symbiose Mensch-Pferd zur Folge, die zugleich neue Waffen und Geräte nach sich zog. Man kann Werkzeuge nicht von den Symbiosen oder Mischungen, die ein maschinelles Gefüge Natur-Gesellschaft definieren. ... eine Gesellschaft wird durch ihre Vermischungen und nicht durch ihre Werkzeuge definiert.
(Deleuze/Guattari92, 126)

müll & resteverwertung?

zwischenspeicher

unmöglich, alles aufzunehmen, was in diesem moment durch den kopf schwirrt. die verwendung von musik in animationen ist zu kritisieren. was machen, wenn die einheit des buches nicht mehr besteht. schade, daß sich innerhalb von fußnoten keine weiteren fußnoten anlegen lassen. dieser befehl kann für fußnoten nicht verwendet werden. also: zum hauptbefehlsmenu zurückkehren. oder die dilletanten des wunders. was machen, wenn die einheit von zeit, ort und handlung nicht mehr besteht? wenn dann noch abschweifungen bei lesen hinzukommen (schade, wieder keine fußnote erlaubt, warscheinlich würden fußnoten in fußnoten zu einer solchen UNORDNUNG führen, daß die gefahr bestünde, daß die gesamte speicherung des textes durcheinander käme und möglicher weise selbst der ascii(ausschreiben!)-CODE in gefahr käme, dieser standard, derüberhaupt noch einen minimalen austausch von ideen zwischen verschiedenen systemen ermöglicht. die fußnoten würden möglicherweise mitten in irgendwelchen wörtern ansetzen, der zusammenhang von haupttext und subtext könnte sich verwirren...ganz zu schweigen vom zusammenhang der syntaktischen einheiten..

denken is assoziationsblöcken

das denken is assoziationsblöcken anstelle von worten könnte ihn in die lage versetzen, daten auf einer assoziationslinie mit lichtgeschwindigkeit zu verarbeiten - so schnell können sie allerdings nie wieder gelesen werden- die entwicklung einer software-bremse für eine geschwindigkeitsdrosselung hat er inzwischen aufgegeben. der neue blick auf die alten dinge, daß cih nicht lache. gewisse umstellungen sind natürlich unerläßlich. manchmal huscht eben etwas so schenll über den bildschirm, daß man es nicht lesen kann.
gegenentwürfe zu klassen dramaturgien. die unterscheidungen. der unterschied. das ist die schwierigkeit.
Baudrillard, Jean A$

ohne köper

Es geht heut nicht einmal mehr darum, einen Körper zu haben, sondern an seinen Körper angeschlossen (connected) zu sein: angeschlossen an die eigene Geschlechtlichkeit, an die eigene Libido. An die eigenen Körperfunktionen ist man angekoppelt, wie an Energiedifferntiale oder Videomonitore. Ein Hedenonismus der bloßen Konnektion, macht aus dem Körper ein Szenario, dessen hygienische Lobpreisung in zahllosen Fitneßcentern, Bodybuilding-, Stimulations- und Simulationtscentren überall gesungen wird. Dieses Szenario bezeichnet eine kollektive, geschlechtlose Obsession. T$
MASCHINEN
JUNGGESELLEN-MASCHINE
SEX
KOPPLUNG
INTERFACE D$ AEME, 117

Aufnahmeszene im Film

Benjamin, Walter A$ Das Theater kennt prinzipiell die Stelle, von der aus das Geschehen nicht ohne weiteres als illusionär zu durchschauen ist. Der Aufnahmeszene im Film gegenüber gibt es diese Stelle nicht. Dessen illusionäre Natur ist eine Natur ZWEITEN GRADES; sie ist das Ergebnis des Schnitts. Das heißt: Im Filmatelier ist die Apparatur derart tief in die Wirklichkeit eingedrungen, daß deren reiner, vom Fremdkörper der Apparatur freier Aspekt des Ergebnis einer besonderen Prozedur, nämlich der Aufnahme durch den eigens eingestellten photographischen Apparat und ihrer Montierung mit anderen Aufnahmen von der gleichen Art ist. Der apparatfreie Aspekt der Realität ist hier zu ihrem künstlichen geworden und der Anblick der unmittelbaren Wirklichkeit zur blauen Blume im Land der Technik. T$
MASCHINEN
MEDIA-MYSTIK
REPRODUKTION D$ repro, 31

Spinnereien - künstliche Gedächtnisse

Capzek, Karel A$ Die Nervenspinnerei. Die Adernspinnerei. Eine Spinnerei, wo gleichzeitig ganze Kilometer von Verdauungsröhren laufen. Dann kommt der Montierraum, wo das zusammengestellt wird, wissen Sie, wie Automobile. ...Dann kommt das Darrhaus und das Magazin, wo die frischen Produkte arbeiten. ... Sie arbeiten, wie neue Möbelstücke arbeiten. Sie gewöhnen sich an die Existenz. Wachsen gleichsam innerlich zusammen, oder so. Vieles in Ihnen wächst überhaupt neu hinzu. Sie verstehen, wir müssen der natürlichen Entwicklung etwas Raum gewähren. Und inzwischen werden die Produkte appretiert. ...Sie lernen sprechen, schreiben und rechnen. Sie haben nämlich ein erstaunliches Gedächtnis. Wenn Sie ihnen aus einem zwanzigbändigen Lexikon vorlesen, so werden Sie Ihnen alles in der richtigen Reihenfolge wiederholen. Etwas Neues fällt ihnen niemals ein. Sie könnten ganz gut an Universtitäten unterrichten. T$
CODE
ROBOTER
MASCHINEN
MENSCH ALS MASCHINE D$ mechme 75

Wunschmaschinen - imaginäre Projektionen

Deleuze; Guattari; A$ Weder sind die Wunschmaschinen imaginäre Projektionen, Phantasien, noch reale Projektionen, Werkzeuge. Das gesamte Projektionssystem aber ist von Maschinen ableitbar, nicht umgekehrt. Sollte demnach die Wunschmaschine durch eine Art Introjektion, einen bestimmten perversen Gebrauch der Maschine definiert werden? Nehmen ein Beispiel aus dem geheimnisvollen Bereich des Telefonnetzes: die Nummer eines nicht besetzten, aber einem automatischen Anrufbeantworter angeschlossenen Telefons wählend ("diese Nummer ist nicht besetzt"),kann man ein Gewirr summender, sich überlagernder Stimmen vernehmen, Stimmen, die sich gegenseitig rufen, sich antworten, die sich überkreuzen und verlieren, die ober- oder unterhalb des Anrufbeantworters laufen oder in dessen Inneren, sehr kurze Mitteilungen, in schnellen und monotonen Codes abgefaßte Äußerungen. Das normale Telefon,bestimmt, Kommunikationsmaschine zu sein, funktioniert doch solange noch gleich einem Werkezeug, als es dazu dient, Stimmen, die als solche nicht Teil der Maschine sind, nur zu projezieren oder weiterzutragen. Dort aber hat die Kommunikation eine höhere Stufe erreicht, insofern die Stimmen mit der Maschine ein Stück (eine Einheit) bilden, Teile der Maschine geworden sind und vom automatischen Anrufbeantworter auf Zufallsbasis ausgesendet und verteilt werden. Unter dieser Perspektive findet nicht allein ein perverser Gebrauch oder Anpassung einer technisch-gesellschaftlichen Maschine statt, sondern die Überlagerung durch eine wirkliche objektive Wunschmaschine.. T$
WERKZEUG
WUNSCH-MASCHINE
INTERFACE
VERNETZUNG
ENDE DER ABBILDUNG
MASCHINEN D$ aö, 500

mechanisches Lachen

Descartes, Rene A$ Das Lachen kommt daher, daß das aus der rechten Herzkammer durch die Aterienvene strömende Blut die Lungen plötzlich aufbäht, sodaß die darin befindliche Luft mit Heftigkeit durch die Luftröhre austritt, wo sie einen unartikulierten und schallenden Ton hervorruft, und während die Lungen sich so aufblähen, daß diese Luft austritt, stoßen sie alle Muskeln des Zwechfells, der Brust und der Kehle und bringen dadurch mit ihnen verbundenen Gesichtsmuskeln in Bewegung. Diese unartikulierten und schallenden Töne samt diesen Bewegungen des Gesichtes bezeichnet man als Lachen. T$
MENSCH ALS MASCHINE
MASCHINEN D$ Über die Leidenschaften der Seele (1649)

mechanischer Hausdiener

Magnus, Albertus A$ Der Universalgelehrte Albertus Magnus soll im frühen 13.Jahrhundert in dreißigjähriger Arbeit aus Leder. Holz und Messing einen Hausdiener hergestellt haben, der die Türe öffnete und auch sonst nützliche Arbeit leistete; Thomas von Aquin habe ihn dann zerstört - angeblich deshalb, weil sein stetiges Geplapper in bei der Arbeit gestört habe... T$
KYBERNETISCHES OBJEKT
AUTOMATE
MASCHINEN D$ mech, 8 c ( Albertus Magnus)


[1] Die Szenerie sit düster und wirkt bedrohlich. Zerstörte Panzer, Militärlastwagen, Verletzte und Tote überall. Kampfflugzeuge hängen in der Luft. Eine Landschaft voll Leiden und Tod, untermalt miteinem enervierenden ambeint sound. [...] Die Waffen, die abgerissenen Bäume, die geschundenen Gestalten - das alles ist Teil der CAVE-Installation 'World Skin' von Maurice Bennayoun und Jean-Baptiste Barriere im Arrs Electronica Center in Linz, Österreich. Die User dieser Installation sind in die Rolle von Touristen geschlüpft, die sich unbehelligt in dieser Welt umschauen. Mit Fotoapperaten - ein weiteres Interface - können sie Fotos 'schießen'. Jedoch wird das, was sie von der Szenerie in ihrem Ausschnitt erfassen, in Echtzeit ausgeblendet, zu einer weißen Fläche. Die Wahrnehmung über Medien als zweite 'Auslöschung' der Körper im Krieg. Der Cave istg eine weiterentwickelte VR-Umgebung, bei der mit Videoprojektoren in Echtzeit stereoskopisch berechnete computeranimierte Bilder auf vier Wände projiziert werden . Die übergroße 3 D_Illusion entsteht, indem die User eine LCD-Shutter-Brille tragen, die sie zugleich die künstlichen Bilder und die Wirklichkeit wahrnehmen läßt.