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Bearbeiten/Internetseite abspeichern: Netzkultur im gesellschaftlichen Kontext

Nach den Erschütterungen durch die Studentenbewegung in den 60er Jahren und der Auflösung der großen ideologischen Systeme in den 80er Jahren ist das universitäre Wissensgefüge abermals in eine strukturelle und zugleich technologische Krise geraten. Die sog. ,nachindustrielle` Informationsgesellschaft scheint sich wohl vom Modell eines universellen Bildungsbegriffes endgültig zu verabschieden. Jedenfalls gewinnt ein eher anwendungsbezogener, technisch-pragmatischer Wissens- und Bildungsbegriff die Oberhand.[34] Erste Anzeichen dafür, daß die Speicherung, Übertragung und Vernetzung von kulturellen Wissensbeständen und Kommunikationsformen mittels elektronischer Netzwerke einen Umbruch in der Epistemologie und den Methoden der Wissensproduktion bedeuten wird - vergleichbar der Katalysatorfunktion des Buchdrucks im frühen modernen Europa, sind unübersehbar. Und es sei die Hypothese erlaubt, daß die prinzipiell rhizomatische Verzweigungsstruktur der im WWW zirkulierenden und sich situativ stets verändernden Hypertexte der epistemologischen Baumstruktur des hierarchischen Wissens[35] ebenso widerspricht wie den klassischen Enzyklopädien[36], linearen Erzählweisen und pädagogischen Vermittlungsszenarien (einschließlich der Architektur gewordenen Trennung von Zuhörern und Sprechenden in den Hörsälen).


[ ]34 Vgl. hierzu Coy 1997, auf der CD-ROM unter:
Coy, Wolfgang 1997: Zukunft des Wissens - Zukunft des Lernens


[35] Vgl. Dahlberg 1974. Eine umfangreiche Sammlung von Tafeln zu verschiedenen Wissenssystemen findet sich auf der CD-ROM unter:
Dahlberg, Ingetraut 1974: Grundlagen universaler Wissensordnung


[36] Als Denis Diderot und Jean Le Rond d'Alembert am Vorabend der französischen Revolution mit ihrer Enzyklopädie ein universelles Wörterbuch der schönen und mechanischen Künste zusammentragen, ist dieses Unternehmen nur als ein kooperatives Schreibprojekt unterschiedlichster Experten zu bewerkstelligen. Die Vernetzung der einzelnen - alphabetisch geordneten Wissensbausteine - geschieht über die Darstellung eines Wissensbaumes. Auf dieser 'Weltkarte des Wissens' werden die verschiedenen Wissensgebiete im Überblick dargestellt, so daß Zusammenhänge, Verzweigungen, Hierarchien der einzelnen Wissenspartikel deutlich werden. Im Gegensatz zum linearen Lesen arbeitet man sich durch die Enzyklopädie mittels sachbezogener, struktureller und sprachlicher Verweise. Abbildungen und weitere Informationen auf der CD-ROM unter:
... weitere Materialien zur Enzyklopädie


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