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ARCHIVX005: LESEMASCHINEN (1937)

Raymond Roussel wollte die Verschachtelung seiner Texte, die durch endlose Aufzählreihungen, Abschweifungen, Fußnoten und Parenthesen mit 9-fachem Verschachtelungsgrad schwer zugänglich sind, durch mehrfarbigen Druck übersichlicher gestalten - doch seine Verleger lehnten solch aufwendige Verfahren im Jahre 1932 ab.
Bei einer surrealistischen Ausstellung wird dann 1937 eine "Roussel-Lesemaschine" gezeigt, für die der Text auf Pappkarton nach der Art eines Rundregisters montiert wird: der obere Rand ist je nach Verschachtelungsgrad mit einer anderen Farbe versehen. Die Karten sind um die Achse einer Trommel angebracht, die der Leser mittels einer Kurbel mit der rechten Hand dreht, während er mit der linken die gewünschte Textkarte an einer nach oben stehenden farbigen Marke festhält, so daß die zusammenhängenden Textkarten (einer bestimmten Verschachtelungsebene) hintereinander aufgeblättert werden können.
Im Verlauf der Literaturgeschichte sind unzählige konzeptuelle (virtuelle) Dichtungsmaschinen, Kombinatoriken und narrative Konzepte entworfen worden, die einen aktiven Leser verlangen - aufgrund produktionstechnologischer Trennungen und grundlegend verschiedener medialer Ausstattung von Autoren und Lesern konnte allerdings selten eine 'wirkliche' poetischer Aktivität der Leser evoziert werden ...


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