... bis stellt Raymond Queneau aus dem Umfeld der Gruppe OULIPO (Ouvroir de littérature potentielle) 1961 endlich eine verbesserte Buch-Hardware zum Gebrauch als Dichtungsmaschine vorstellt: zehn Sonette sind auf zehn verstärkte Seiten so gedruckt, daß der Leser zeilenweise blättern - und somit alle Zeilen aller Seiten mit dieser kombinatorischen Poesie-Maschine[9] miteinander kombinieren kann.
[9] In der Gebrauchsanweisung heißt es:
"Dieses kleine Werk [...] das jedermann erlaubt, nach Belieben hunderttausend
Milliarden Sonette zu bilden [...], ist alles in allem so etwas wie eine
Maschine zur Herstellung von Gedichten. [...] Mit jedem Vers (zehn an der Zahl)
kann man zehn verschiedene Verse in Übereinstimmung bringen; es gibt also
hundert verschiedene Kombinationen der beiden Verse.; wenn man einen dritten
hinzufügt, wird es tausend geben, und für die zehn vollständigen
Sonette aus vierzehn Versen hat man also das oben genannte Ergebnis. [...] Wie
Lautréamont so schön gesagt hat, die Poesie soll von allen gemacht
werden, nicht von einem." Raymond Queneau: Hundertausend Milliarden Gedichte,
Frankfurt am Main 1984, Originaltitel Paris 1961 (o.S. aus gegebenem
Anlaß!)