Ende der 70er Jahre kam ich im Umfeld von Punk, Performance- und Copy-Art mit
Aktionsformen in Kontakt, die ein radikales Zusammenführen von
Alltagskultur und ästhetischer Produktion zum Programm hatten. In der
Off-Galerie "Werkstatt Odem" in Hannover fanden neben Konzerten auch
Performance-Festivals statt: Es gab dort zum Beispiel ein Aufforderung, zwei
Wochen in der Galerie zu wohnen und einfach seine Medien und Materialien
mitzubringen, an denen man gerade arbeitet. Ich brachte damals meine
Schreibmaschine und schrieb an meiner Magisterarbeit. Die Erfahrungen aus
solchen kollaborativen Kunst-Events habe ich immer in meinen späteren
Medien- und Netzprojekten wiederzubeleben versucht. Anregungen zur Interaktion
hat es natürlich auch schon vorher in der Literatur gegeben, zum Beispiel
in Laurence Sternes "Tristam Shandy", wo der Leser aufgefordert wird, in einen
leeren Rahmen ein Bild seiner Geliebten zu malen.