Klappentext: Was tun, wenn der Text in der Form klebt?
Der klassische Markt für wissenschaftliche Publikationen bricht nach
und nach zusammen, und die Zirkulation
von aktuellen wissenschaftlichen Materialien (seien es Tagungsbände oder
Zeitschriftenaufsätze) verlagert sich mehr und mehr in das Docuversum
elektronisch vernetzter Texte[4]. Mit
großem Engagement von Autoren, die sich als `operationelle' Teilnehmer
einer Diskursgemeinschaft begreifen, werden Archive aufgebaut, kostenlose
online-Zeitschriften angeboten, ganze Curricula[5] nebst den dazugehörigen Materialien[6] im Netz frei verfügbar gemacht, Diskussionsforen
installiert, Verweis- und Annotationsroutinen und viele andere nützliche
Tools
programmiert und der Community zur Verfügung gestellt.[7]
Aber was kann ein Kritiker jetzt tun? Selbst Hypertexte schreiben, die
verwendete Software evaluieren oder unter Ausblendung der Medialität von
Hypertexten `textimmanent' die Inhalte kritisieren?
Ein kritischer Hypertext-Diskurs[8], der gerade das Spannungsfeld zwischen dem
hypertextuellen Medium und den offenen, bedeutungserzeugenden und
-verschiebenden Verknüpfungen analysiert und hierbei die netzspezifischen
Formate und Machtstrukturen mitreflektiert, muß noch erfunden werden; und
zwar in Gestalt einer partizipatorischen Kritik,
die sich hybrider medialer Formen bedient, um den Medienwechsel zwischen
Buch- und Netzkultur mit phänomenlogischer Präzision aufspüren
zu können: "It's better to do it than to write about it!" (C.R.E.W.).[9]
[4] Zum Docuverse vgl. auch das Text-Modul
BEARBEITEN/ALLES MIT ALLEM VERBINDEN! in diesem Text.
[5]
Ein (virtuelles) Kolloquium "Netz/Werk/Kultur/Theorie"
[6] Beispielsweise die Internetseminare von Mike
Sandbothe mit umfangreichen Links zu online verfügbaren Materialien:
Internetseminare von Mike Sandbothe
[7] Verweise auf die u.a. zum Indexieren und
Konvertieren von Text zu HTML-Dokumenten verwendeten Tools finden sich auf der
CD-ROM:
Tools > .
Die
Adaption von Netzwerk-Tools für das Kultuwissenschaftliche Arbeiten wird
untersucht im interdiziplinären Forschungsprojekts
"Netz/Werk/Kultur/Techniken" an der Universität Hildesheim im Fachbereich
Kulturpädagogik (Schwerpunkt Kultur- und geisteswissenschaftliche Text-
und Wissensproduktion:
Ästhetische Strategien in Multimedia und digitalen Netzen. Schwerpunkt Netzwerkkultur-Techiken. (im WWW!)
vgl
hierzu auf der CD-ROM:
Ästhetische Strategien in Multimedia und digitalen Netzen. Schwerpunkt Netzwerkkultur-Techiken (auf der CD-ROM!) > .
in Kooperation mit der Kulturinformatik an der Universität Lüneburg
(Schwerpunkt Audio):
Ästhetische Strategien in Multimedia und digitalen Netzen. Schwerpunkt Audio. (im Netz!)
vgl
hierzu auf der CD-ROM:
Ästhetische Strategien in Multimedia und digitalen Netzen. Schwerpunkt Audio. (auf der CD-ROM!) > .
[8] Der Ansatz einer solchen Kritik
hypermedialer Dikurstechniken wird versucht in: Idensen 1997; auf der CD-ROM
unter
Heiko Idensen: Hypertext - Fröhliche Wissenschaft? Zur Kritik hypermedialer Kultur-Technik und Praxis > .
[9] Compact for Responsive Electronic Writing
(C.R.E.W.) ist ein Zusammenschluß von Word Wide Web-Autoren, die ihre
Dokumente öffnen wollen für Links von anderen Lesern/Schreibern aus
der Gemeinschaft. Diese Querverbindungen auf Gegenseitigkeit transformieren das
WWW von einem passiven Hypertext, in dem die Leser lediglich Links folgen
können, in einen aktiven, in dem die Leser auch neue Links erzeugen
können.
C.R.E.W.( Compact for Responsive Electronic Writing )